SCHMERZTHERAPIEZENTRUM
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NACKEN-SCHULTER-ARM-SYNDROM

Die Diagnose Nacken-Schulter-Arm-Syndrom ist ein Sammel begriff für schmerzhafte Störun gen verschiedenster Ursachen im Bereic h des Halses, des Sch ultergürtels und der A rme. Häufiger l iegen neben Nervenreizzuständen auch Durch blutungsstörungen vor.

Synonyme (= wie die Krankheit sonst noch bezeichnet wird): Unteres Halswirbelsäulensyndrom, unteres Zervikalsyndrom, Zervikobrachialgie, Zervikobrachialgiesyndrom oder auch Schulter-Arm-Syndrom.

In der Regel kl agen die Patienten über Sch merzen im Nacken, d ie in Schulter und Arme ausstrah len. Meist ist die Musku latur neben der Wirbelsäule ver härtet, häufig verbunden m it einer schmerzhaft eingeschrän kten Kopfbeweglichkeit. Vielfach besteh t auch Klopfschmerzhaftigkeit ü ber den Dorn fortsätzen der Halswirbelsäule.
Zum Ausschluß eines d ie Nervenwurzeln betreffendes Kran kheitsgeschehens (radikuläre Sym ptomatik), bedarf es im mer einer fachlichen Abkl ärung (Neurologie, Radiologie).

Die mit Abstand häu figste Ursache fü r ein Nacken-Schulter-Arm-Syndrom sind vo n der Halswirbelsäule ausgehende St örungen, hauptsächlich im Bere ich der gelenkigen Wirbelverbindungen, d ie sog. "Wirbelblockierungen".

Weitere vertebra gene (= von der Wirbelsäule ausgehende) Ursachen fü r ein Nacken-Schulter-Arm-Syndrom:

Medikamentöse Schmerztherapie:

Akut (= p lötzlich einsetzend, heftig) und subaku t (= eher schleichen d verlaufend) können zu n ächst (vorwiegend) peri pher wirkende Analgetika (= Schmerzmi ttel, die am Ort der Schmerzen tstehung wirken) eingesetzt w erden, insbesondere sog. nich tsteroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus d ieser Gruppe möglichst l ang wirkende und magenschon ende wie z.B. Mobec®. Beson ders magenschonend und auch en tzündungshemmend sind die sog. COX-2 I nhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynasta t®) oder Etoricoxib (Ar coxia®), allerdings schein t diese Stoffgruppe mit einem Her z-/Kreislauf-Risiko ver bunden zu sein, zumindest bei l ängerer Therapiedauer. Es b leibt abzuwarten, ob Parecox ib und Etoricoxib nicht au ch noch vom Mark t genommen werden, w ie schon andere M ittel dieser Stoffgruppe zu vor.
Bei stär keren schmerzhaften Muskelverspannungen kön nen darüber h inaus auch Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muske lentspannung) (z.B. Nor flex®, Mydo calm®) verordnet werden.
Man chmal sind aber die Schmerzzus tände nur mit zentral (= im Gehir n / Rückenmark) wirkenden Analgetika (z.B. Tra madol, Valoron N®) beherrsch bar.
Grundsätzlich soll te aber eine längerfrist ige Schmerzmittelverordnung w egen der Gefahr der Gewöh nung oder gar Schmerzm ittelabhängigkeit vermieden werden.
Die Kom bination m it schmerzdistanzierenden Antidepressiva (= Mit tel gegen Depression, u. a. a ber auch bei diesen Schmerzen w irksam) (z.B. Doxepin, Maprotil in) hilft in v ielen Fällen Anal getika einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Be handlung mit einem örtlichen Betäubun gsmittel):
Bei anhal tenden Schmerzen sollten rech tzeitig alternative Methoden eingese tzt werden. Eine sehr wir ksame Alternative, ohne jedes Gewöh nungs- oder Suchtpotential, is t die therapeutische Lokal anästhesie mit einem lan g wirkenden örtlichen Betäu bungsmittel (z.B. Bupivacain) in Fo r m von örtlichen Betäubungen un d Nervenblockaden.

Physikalische Therapie:

A uch die Elektrostimulation kann e ine Beschwerdelinderung herbei führen. Die transkutane Nervenstimulation mit N iederfrequenzgenerator ü ber Klebeelektroden (TENS) h at den Vorteil, daß s ich die Patienten bei Bed arf selbs t behandeln können. Die Elektroden we rden paarig paraver tebral (= neben de r Wirbelsäule) im Schmerzbereich au fgeklebt. Durch Veränderung der Stimu lationsfrequenz und der Elek trodengröße kann die Wirku ng optimiert werden.
Eine weitere physikal ische Behandlungsmöglichkeit ist d ie oberflächliche Kältetherapie i m Schmerzbereich. Wir verwen den einen elektrischen Kal tluftgenerator, dessen Luftstrom au f ca. -10 bis -15 Grad C abgekühl t ist.
Manche Patien ten mit ein em Nacken-Schulter-Arm-Syndrom (chronisches) em pfinden allerdings lo kale Wärmeapplikationen (Rot licht) als besser w irksam. Warme Bäd er können ebenfalls Wirbelsäulen schmerzen lindern.
Die Verord nung von gewöhn lichen Massagen ist auch be im Nacken-Schulter-Arm-Syndrom nicht sinn voll. Für den Patient mag d iese Behandlung zwar angenehm se in, aber unter schmerztherapeu tischem Aspekt bringt sie n ichts und führt nur zu unnötigen Kos ten.
Nahezu unverzich tbar ist aber d ie heilgymnastische Therapie (z.B. Sch lingentisch, Glisson-Schlinge), da m eist nur diese geeigne t ist, einen ärztlichen Behandlungserfol g zu sichern und längerfristig zu stabil isieren. Dabei gil t es, die Muskeln neben der Hals wirbelsäule zu trainieren, da au f Dau er nur eine kräftige/suffizien te Muskulatur eine s tatische und dynam ische Schwäche des Achsen organs kompensieren kann.
Besonders bei aku ten Blockierungen hat die manue lle Therapie (Chirotherapie) durchaus gu te Erfolge aufzuweisen.
Bei sch merzhaften degenerativen (= durch Abnü tzung hervorgerufenen) Verän derungen der Wirbelsäule w ird auch e ine Röntgenbestrahlung empfohlen (Tho malske 1991). Eine Magne tfeldtherapie kann ebenfalls hilfreich se i n.

Andere Therapiemaßnahmen:

Der Vollständ igkeit halber darf die Akupunktur n icht unerwähnt bleiben.
Wich tig sind individuelle Instruktionen zur rich tigen Haltung und Vermeidung vo n übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (fun ktionelle Ergotherapie). Darüber hinaus is t anzustreben, daß die be troffenen Patienten Übun gen zur Lockerung der Musku latur erlernen.
Die Verordnung von Hi lfsmitteln wie z.B. Schan zsche Krawatte soll ten dem Orthopäden vorbehal ten sein.
Hypnoide (= bewußtseins verändernde) Verfahren wie autogenes Train ing oder progressive Rela xation nach Jakobson sind eine sin nvolle Ergänzung der Gesamtstrateg ie, da auch sie zu einer musku lären Entspannung führen, eben so Biofeedback (= Regist rierung und Rückmeldung bioelektrischer Si gnale).
Psychotherapeutische Interventionen kön nen beim ausgeprägten "psychosom atischen Schmerz" angezeig t sein, da auch verdräng te Konflikte muskuläre Verspannun gen und Schmerzen verst ärken können.

Erläuterungen:

* Kon tinuierliche Blockade des Plexus brach ialis mit Katheter in der sog. r etrograd hohen Variante:
Dabe
i wird ein dünner Ku nststoffschlauch (Katheter) nah e der Achselhöhle vorü bergehend (z. B. 10 - 14 Tag e lang) in die Nervenscheide des Arm nervengeflechts eingepflanzt und innerhalb dersel ben noch weiter nach o ben vorgeschoben. Die Ein pflanzung erfolgt durch eine handel sübliche Kanüle hindurc h, es muß also nich t "aufgesch nitten" werden. In der Fol ge wird über d iesen Katheter meh rmals täglich, jeweils nach Ab klingen de r vorangegangenen Dos is, das örtliche Betäubungsmittel völl ig schmerzfrei nachgespritz t. Während dem Ein spritzen und noch k urze Zeit danach w ird der Oberarm m it einer Manschette abgestau t, so daß die Betäubungsm ittellösung innerhalb de r Ner venscheide nach oben getrie ben wird und so auc h im Schulterbereich un d bei entsprechender Be täubungsmittelmenge sogar an de r Halswirbelsäule schmerzl indernd wirken kann.
Das Lokakanästhet ikum (= örtliche Betäubungsmittel) w ird bei dieser Behand lung so dosiert, d ass die grobe Kraf t erhalten b leibt (bei gleichzeitiger Hemmun g der Schmerzreizleitung), dam it begleitend kran kengymnastische Übungsbehandlungen mögl ich bleiben.

Dass die sch
merzlindernde Wirkung i.d.R. ü ber die eigentliche Behand lungszeit hinaus anhäl t, ist u.a. darauf zurückzu führen, dass bei dieser Blockade behandlung auch die sog. vegeta tiven Nerven betroffen s ind, woraus eine seh r deutliche Durchblutungssteigerung resul tiert (Sympathikolyse). Dies is t der Grund, warum diese Behand lungsmethode besonders bei Sch merzen, die durch en tzündliche, oder auch degenerative (= abnu tzungsbedingte) Prozesse entstanden sin d, hilfreich ist. Eine gu te Durchblutung opt imiert auch den Stoffwech sel eines ges törten oder geschädigten Ner vs. Nach neu eren Erkenntnissen vermag eine so lche, intensive, längerfristige Bloc kadebehandlung auch das so g. Schmerzgedächtnis zu l öschen.

Die Metho den der modernen Sch merztherapie bieten auch op timale Voraussetzungen fü r eine Anschlußheilbehand lung (AHB) bz w. Anschlußrehabilitation.

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